Schweizer Terrorjahre – Pakt mit dem Teufel

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Mit Schweizer Terrorjahre: Das geheime Abkommen mit der PLO hat der „NZZ“-Journalist Marcel Gyr ein Buch zu einem der wichtigsten politischen Themen unserer Zeit vorgelegt: dem Nichtangriffspakt zwischen europäischen Regierungen und dem antijüdischen Terrorismus. Mit seinen exzellenten Kontakten zum Terrorismus spielte Jean Ziegler damals den Kuppler. Weiterlesen

Heiligenscheine für Diktatoren

Jean Zieglers Beziehungen zu Gaddhafi und Co. überschatten seine Wahl in den UNO-Menschenrechtsrat. Ein Video beweist, dass er vom libyschen Diktator eine Auszeichung annahm.

Wie viele Menschen gibt es schon, denen das Kunststück gelingt, sich als Intellektuelle und als Sexmonster einen Namen zu machen? Ausserhalb Frankreichs, meine ich. Gaddhafi war so einer. Morgens liess er sich Männer, Frauen und Kinder schicken, die er hatte entführen lassen. Er «prügelte sie, vergewaltigte sie, urinierte auf sie», ­ wie es in einer Rezension von Annick Cojeans Reportage «Niemand hört mein Schreien. Gefangen im Palast Gaddhafis» heisst. Nach dem Vergewaltigen und Urinieren empfing er dann wahrscheinlich Jean Ziegler.

«Ich war einer von den Intellektuellen, die er oft eingeladen hat», erzählt Ziegler. Gaddhafi sei ein «blitzgescheiter, argumentativer, analytisch begabter Mensch» gewesen. Er habe «perfekt Englisch» gesprochen, «viel gelesen» und sei «ein absolut brillanter Redner» gewesen. «Das weiss jeder, der ihn bei den Revolutionsfeierlichkeiten auf dem Grünen Platz erlebt hat. Er hat die Menge gespürt, intuitiv begeistert.»

Keine demokratische Regierung

Gaddhafi brauchte Ziegler nicht zu vergewaltigen, die beiden waren von Anfang an auf einer Wellenlänge. Ziegler mag bekanntlich keine demokratischen Regierungen. Gaddhafi hatte keine demokratischen Anwandlungen. Ziegler schätzt antisemitische Diktatoren wie Gamal Abdel Nasser. Gaddhafis Putsch vom 1. September 1969 war antisemitisch motiviert: Knapp zwei Wochen nach dem Feuer in der Jerusalemer Al-Aqsa-Moschee, für das Gaddhafi die Juden verantwortlich machte, wollte er an die Macht, um einen Krieg gegen Israel vorzubereiten. Seine erste Amtshandlung: die Vertreibung der verbliebenen libyschen Juden und die Beschlagnahmung ihres Besitzes. Gaddhafi wurde als Mäzen des internationalen Terrorismus berühmt, hat Anschläge auf Flughäfen organisiert und wahrscheinlich 1972 das Massaker von München finanziert. Weiterlesen

Willkommen im Club

Kein Land der Arabischen Liga beantragt eine Sitzung, die sich mit der blutigen Niederschlagung von Protesten in Syrien und der Ermordung von Gegnern des Assad-Regimes befasst. Warum? „Syrien ist anders als jedes andere arabische Land“, sagt ein Funktionär der Arabischen Liga. „Als ein Land unter israelischer Besatzung … hat das herrschende Regime in Damaskus eine gewisse Besonderheit, das Land befindet sich in einem Kriegszustand.“ Die Golanhöhen – 0,65 Prozent der Fläche Syriens – sind von Israel besetzt, also darf Assad ruhig auf Demonstranten schießen.

Daran kann man die Überlegung knüpfen, ob auch Gaddafi mit so viel Nachsicht behandelt würde, wenn er seinen Kampf gegen die Juden noch genauso entschlossen führte wie in den siebziger und achtziger Jahren. Er wird mit anderem Maß gemessen als Bashar al-Assad – was aber nicht bedeutet, dass er keine Freunde mehr hätte. Auch ein Antisemit in Altersteilzeit hat noch viele Anhänger, die ihn wegen seiner „antiimperialistischen Vergangenheit“ schätzen und lieben. Oder dann, wenn sie gezwungen sind, sich von ihm aus geschäftlichen Gründen zu distanzieren, es auf eine Weise tun, die die alte Bewunderung immer noch durchscheinen lässt. Zwei Beispiele: Weiterlesen