Die Landesbanken – provinziell, risikobeladen, verzichtbar

Nach der Herabstufung durch die Rating-Agentur Moody’s wird neue Kritik an den Landesbanken laut. Ohne Geschäftsmodell stehen die Häuser vor der Existenzfrage.

Die Landesbanken galten einmal als solide. Sie waren die Bankiers der Sparkassen und Landesregierungen, und da sie nicht auf Gewinn aus waren, brauchten sie auch keine hohen Risiken einzugehen. Ihre Aufgabe war die Förderung der regionalen Wirtschaft. Doch seit Beginn des vergangenen Jahrzehnts sind hierfür Förderbanken wie etwa die NRW.Bank zuständig. Die Landesbanken stürzten sich indessen in Spekulationsgeschäfte , bei denen sie gigantische Verluste machten, die der Staat zu tragen hatte.

Da ließ es Böses ahnen, als die Rating-Agentur Moody’s vergangene Woche die meisten Landesbanken deutlich schlechter bewertete . Sind auch sie von der Staatsschuldenkrise betroffen?

Von der Landesbank Berlin weiß man bereits, dass der Jahresgewinn wegen Abschreibungen auf griechische Anleihen auf Null sinken wird – gegenüber einem Plus von 317 Millionen im Vorjahr. Auf Anleihen der südeuropäischen Problemländer entfällt zwar prozentual nur ein sehr kleiner Teil des Geschäfts der Landesbanken, doch bei deren enormer Größe – sie machen etwa ein Sechstel des deutschen Banksektors aus – handelt es sich in jedem Fall um Milliardensummen. Die Landesbank Baden-Württemberg etwa hält spanische, italienische und portugiesische Anleihen im Volumen von immerhin 19 Milliarden Euro. Weiterlesen