Die Zahnpasta der Weisen von Zion

Wie judenfeindlich ist der Chavismus? Und was unterscheidet Venezuela von anderen lateinamerikanischen und europäischen Ländern mit starken antisemitischen Bewegungen?

Who controls the British crown?
Who keeps the metric system down?
We do!
We do!

Who leaves Atlantis off the maps?
Who keeps the Martians under wraps?
We do!
We do!

Who holds back the electric car?
Who makes Steve Guttenberg a star?
We do!
We do!

Who robs cavefish of their sight?
Who rigs every Oscar night?
We do!
We do!

The Simpsons: Stonecutters Song

Wie antisemitisch ist der Chavismus bzw. „Sozialismus des 21. Jahrhunderts“? Anfang des Jahres schrieb ich in einem Artikel über die Lage in Venezuela, der Antisemitismus sei der „wichtigste Pfeiler“ der chavistischen Ideologie. Dem widersprachen einige Leser: Der „Antiimperialismus“ sei die Hauptsache, der Judenhass nur eine Dreingabe. So, wie wenn man in der Apotheke beim Kauf eines Medikaments eine Packung Tempo gratis dazu bekommt. Ich glaube immer noch, dass es umgekehrt ist: Die Droge, die Chávez und seine Leute antreibt, ist der Antisemitismus; dazu werden ein paar rote Taschentücher verteilt. Dass es ebenso gut braune sein könnten, wird nicht bestreiten, wer weiß, wie Chavisten denken. Man schaue zum Beispiel auf Aporrea, ihre wichtigste Publikation im Internet. Ende Juli erschien dort ein Beitrag, der dem Bild des Chavismus als dem Nationalsozialismus des 21. Jahrhunderts noch ein paar Pinselstriche hinzufügt: „Die Wahrheit über die zionistische Herrschaft. Gezielter globaler Genozid und das künstliche Armageddon“. Weiterlesen

”Wir sind beeindruckt“

Bundeskanzlerin Merkel und Außenminister Westerwelle haben im Mai – getrennt von einander – eine Reihe von arabischen Ländern besucht. Ein Reisebericht.

Westerwelle

Beirut: Guido Westerwelle fährt Boot. An Bord des deutschen Minensuchschiffs „Kulmbach“ lobt er die deutschen Soldaten der Unifil-Mission: „Daß dieser Einsatz ganz augenscheinlich erfolgreich ist, kann niemand bestreiten“. Er hat recht: Die Waffen an die Hisbollah, die die Bundesmarine vor der libanesischen Küste abfangen soll, liefern Syrien und der Iran statt dessen mit Lastwagen und Flugzeugen. Die Deutschen können sich darauf konzentrieren, verunglückte Surfer zu retten. Außerdem sollen sie die libanesische Kriegsmarine ausbilden. „Es geht darum, daß mehr und mehr die Sicherheitsverantwortung in libanesische Hände übergeben werden kann“, erklärt Westerwelle. „Deswegen ist es auch wichtig, daß wir einen Schwerpunkt bei der Ausbildung der libanesischen Sicherheitskräfte setzen.“ Die Hisbollah, die Flotte und Besatzung irgendwann übernehmen wird, zeigt sich entzückt. Weiterlesen