Im Dialog mit „Pax Christi“

Ist es Realitätsverleugnung? Oder schiere Ideologie? Vermutlich bedingt das eine das andere: Allenfalls „zweieinhalb Holzstangen“, so hat es Norman Paech bekanntlich verkündet, hätten die Männer auf dem Deck der Mavi Marmara am vergangenen Montag gegen die Angehörigen der israelischen Spezialeinheit möglicherweise zum Einsatz gebracht, und dies, versteht sich, auch nur zur Selbstverteidigung. Videos der israelischen Armee, aber auch die Aussagen eines an Bord befindlichen Muslimbruders sowie eines Reporters von Al-Jazeera machen allerdings deutlich, dass die Wirklichkeit dann doch etwas anders aussah. Hinzu kommen in der türkischen Zeitung Hürriyet veröffentlichte Fotos, auf denen schwer verletzte israelische Soldaten zu sehen sind, und eine Stellungnahme des Vorsitzenden der islamistischen, mit der Hamas paktierenden türkischen Organisation IHH, die das Schiff gechartert hatte: Mit Eisenstangen hätten sich die „Aktivisten“ verteidigt und mehrere Soldaten überwältigt, sagte Bülent Yildirim, gewiss nicht ohne Stolz.

Es waren teilweise veritable Djihadisten, mit denen die sehr deutschen „Friedensfreunde“ da in See gestochen sind – und das hätten sie wissen können und müssen, zumal die Informationen über die IHH bereits frühzeitig bekannt waren. Oder etwa nicht? Für Lizas Welt hat Stefan Frank* am 2. Juni – also zwei Tage nach dem Angriff auf die israelischen Soldaten – mit Wiltrud Rösch-Metzler gesprochen, der Vizepräsidentin der deutschen Sektion von Pax Christi, die „Free Gaza“ unterstützt hat. Weiterlesen