Für ein paar Fränkli mehr

Früher war es in königlichen Familien Sitte, Prügelknaben in Dienst zu nehmen, welche die Ehre hatten, auf ihren profanen Rücken eine angemessene Strafe entgegenzunehmen, wenn sich einer der Sprösslinge aus königlichem Geblüt einen Verstoß gegen die Regeln des guten Benehmens erlaubt hatte. Das moderne politische System in Europa führt diese Praxis in gewissem Grade fort durch die Schaffung kleiner Pufferstaaten, welche bei inneren Streitigkeiten, durch die die Harmonie des „Gleichgewichts der Kräfte“ gestört werden kann, zum Sündenbock gemacht werden … Ein solcher Sündenbock oder Prügelknabe ist Griechenland – dieselbe Rolle spielen Belgien und die Schweiz. Der einzige Unterschied besteht darin, daß diese modernen politischen Sündenböcke infolge ihrer anomalen Lebensverhältnisse selten die Strafen nicht verdienen, mit denen sie beehrt werden.

Friedrich Engels: „Die politische Lage der schweizerischen Republik“ (1853)

Ressentiments gegen Schweizer sind so ausgeprägt und verbreitet, daß man mit einigem Recht von einem grassierenden Antihelvetismus sprechen kann. Die ehemalige französische Präsidentschaftskandidatin Ségolène Royal unterstellte den Schweizern „raubtierhafte Praktiken“, der frühere Bundesfinanzminister Peer Steinbrück drohte ihnen mit der „Kavallerie“. Der libysche Diktator Gaddafi rief unlängst zum „Dschihad“ gegen die Schweiz auf, sein Sohn soll gar gesagt haben: „Ich würde die Schweiz auslöschen, hätte ich eine Atombombe.“ Weiterlesen